Die Konfirmation ist in unserer Kirche die Erinnerung daran, dass Taufe und Glaube untrennbar zusammengehören.
Der Glaube soll erwachsen werden, muss Gründe haben und sich den kritischen Anfragen unsere Zeit stellen. „Konfirmation“ kommt von dem lateinischen Wort „confirmare“ und bedeutet „Befestigung“. Konfirmation ist die Gelegenheit für Jugendliche, bewusste Schritte des Glaubens zu gehen oder diesen zum ersten Mal kennen zu lernen.
Auch wer noch nicht getauft ist, kann daran teilnehmen. Die Taufe erfolgt dann im Rahmen der Konfirmandenzeit.
Mit der Konfi-Zeit und der Konfirmation wendet sich unsere Kirchengemeinde an ihre jugendlichen Gemeindeglieder. Diese brauchen Begleitung und Orientierung in einer Gemeinschaft, in der sie sich verstanden und angenommen wissen.
In der Konfi-Zeit kommen junge Menschen ganz anders mit dem Thema Glauben in Berührung als in der Familie oder der Schule. Sie lernen Wege, Gott begegnen zu können, beispielsweise im Gottesdienst oder durch Musik. Sie können in dieser Zeit Erfahrungen sammeln und ausprobieren, was es mit ihnen macht, wenn sie zum Beispiel in der Bibel lesen oder eine Predigt hören.
In der wöchentlichen Konfi-Zeit, aber vor allem auch auf den Freizeiten (Badentreff, Konfi-Freizeit) lernen die Jugendlichen unkompliziert neue Leute kennen und schließen vielleicht sogar neue Freundschaften.
In der Konfi-Zeit wird die Gemeinschaft unter den Konfis gestärkt. Junge Menschen erleben sich in Gemeinschaft und können ihre Stärken und Fähigkeiten im Miteinander einbringen. In der zunehmend digitalisierten Welt kann es für junge Menschen ein echter Gewinn sein, Altersgenossen persönlich zu begegnen.
Als junger Mensch zu erfahren, dass die Bibel relevant für das eigene Leben sein kann, kann Orientierung geben, trösten und durch schwierige Zeiten tragen.
Die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität ist ein jahrelanger Prozess, den junge Menschen unabhängig ihres Elternhauses und ihrer Herkunft durchlaufen müssen. Der Glaube an Gott, den Schöpfer allen Lebens, kann dabei Orientierung bieten. In der kirchlichen Gemeinschaft zu erfahren, dass Menschen von Gott geliebt, gesehen und gehalten sind, kann heilsam sein und die Grundlage bieten sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und seine Persönlichkeit zu entfalten.
In der Konfi-Zeit wird nicht nur die persönliche Beziehung zu Gott behandelt, sondern auch ethische Fragestellungen thematisiert. Die Jugendlichen lernen, dass das Leben nicht schwarz-weiß ist und auch der Glaube an Jesus nicht nach einem bestimmten Leitfaden funktioniert. Es wird ein Grundstein für die Auseinandersetzung mit den eigenen Wertvorstellungen und der persönlichen Weltanschauung gelegt sowie die Bildung einer eigenen Meinung gefördert.
Zu guter Letzt können die Konfis einfach eine Menge Spaß haben. In unserer Kirchengemeinde planen wir deshalb besondere Aktionen für die Jugendlichen, wie beispielweise miteinander zu bowlen, ins Badeparadies nach Titisee zu fahren oder eine Nacht in der Kirche oder im „Häusle“ zu übernachten. Diese Erlebnisse bleiben oft ein Leben lang unvergessen.
Im Konfirmationsgottesdienst entscheiden die Jugendlichen selbst über ihre Haltung zu Glauben und Kirche. Die meisten wurden schon als Babys getauft. Auf Gottes Ja zum Täufling antworteten die Eltern und Paten stellvertretend mit ihrem Ja. Welche Bedeutung die eigene Entscheidung im Leben bekommt, diese Frage stellt sich jeden Tag neu. Die Konfirmation erinnert die Jugendlichen daran, dass Gott auf ihre eigene Antwort wartet und dass sie diese Antwort auf Gottes Zuwendung mit ihrem ganzen Leben geben sollen. Zugleich werden die Jugendlichen mit der Konfirmation auch zu weitgehend gleichberechtigten Mitgliedern der Gemeinde. So können sie zum Beispiel Taufpaten werden und schon mit 14 an den Wahlen zum Kirchengemeinderat teilnehmen.
Nicht zuletzt ist die Konfirmation auch ein Fest für die Familie. Die Konfis sind nun keine Kinder mehr und so ändert sich auch ihre Rolle in der Familie. Das kann ebenso ein Anlass zum Feiern sein wie die Dankbarkeit für den vergangenen Lebensabschnitt.
